Bergpanorama bei besten Bedingungen – und dann stehen vier Leute am Gipfel und filmen nur sich selbst. Die Aussicht war Hintergrund. Einer ist beim Rückwärtsgehen für das perfekte Selfie fast über einen Felsen gestolpert. Fast.
Bewegt sich im Pulk, alle mit ausgefahrenen Selfie-Stangen. Sichtweite: 3 Meter. Gefährdungsradius: deutlich größer.
Bergpanorama bei besten Bedingungen – und dann stehen vier Leute am Gipfel und filmen nur sich selbst. Die Aussicht war Hintergrund. Einer ist beim Rückwärtsgehen für das perfekte Selfie fast über einen Felsen gestolpert. Fast.
Wir wussten es wird ein turbulentes Wochenende. Eine sehr große Damentruppe ist angereist. Man hörte sie schon, bevor man sie sah – ein leises Klackern von Selfiestangen, das zarte Brummen von Handmikrofonen und das typische „Mädels, wartet kurz! Nur EIN Foto noch!“. Spoiler: Es blieb nicht bei einem. Wie ein quirliger Wandertrupp, der versehentlich in der Zivilisation gelandet war, zogen sie durchs Hotel. Jede Ecke wurde in Rekordzeit von ihnen „entdeckt“ und „dokumentiert“. Die Lobby. Der Frühstückssaal. Der Fahrstuhl. Der Teppich im Gang. Alles Fotospots. Alles Content. Im Wellnessbereich schließlich erreichte die Expedition ihren Höhepunkt. Während andere Gäste versuchten, im Ruheraum den Sinn des Lebens oder zumindest die eigene Atemtechnik zu finden, verwandelte die Truppe die Oase der Stille in eine Mischung aus Reality-Show und Geräuschkulisse eines mittelgroßen Jahrmarkts.
Siebenköpfige Gruppe, alle mit ausgefahrenen Selfie-Stangen, alle gleichzeitig. Haben 40 Minuten das halbe Lokal blockiert, drei Drinks auf sieben Leute aufgeteilt und beim Gehen einen Barhocker umgeworfen. Auf dem Instagram-Post hat das Lokal gut ausgesehen, zugegeben.